Chronik 1955 - Heute
Seitdem sich das Fußballspiel von England her, dem
Mutterland dieses Sportes, immer mehr ausbreitete, verfolgte eine sich
in den vergangenen Jahrzehnten ständig vergrößernden Zahl
von Anhängern das Geschehen auf den Fußballplätzen der
großen Vereine. Mit Begeisterung wurde das Abscheiden, der Auf-
und Abstieg der Vereine vermerkt und so mancher aus den Reihen der Jugend
selbst in den kleinen Orten versuchte, den großen Fußballkönnern
und Idolen nachzueifern.
Und so kam es, daß auch die Schönenbacher Jugend
besonders in den Nachkriegsjahren neue Begeisterung an diesem Sport fand.
Es war daher nicht verwunderlich, zu sehen, wie man so an manchen Sonntagnachmittagen
auf irgendeiner Wiese Fußball gespielt wurde, wobei oft Mannschaften
des Obertals mit denen des Untertals zusammentrafen. Dies gab dann auch
den Anlaß, sich zusammen mit auswärtigen Fußballfreunden
zu messen. Solche Spiele trug man in der Hauptsache in den Jahren 1947
bis 1954 auf der Hofhöhe und der Linacher Höhe, gegen Neukirch,
Rohrbach, Hammereisenbach, Linach und Schützenbach aus, dagegen wurde
mit Vöhrenbach auf dessen Platz gespielt.
1955
Immer wieder wurde über Fußball gesprochen und so saßen
im Frühjahr 1955 Schönenbacher und Linacher Fußballanhänger
im 'Löwen' gemütlich beisammen. Während des Gesprächs
einigte man sich zu einem Freundschaftsspiel, wofür eine Wette abgeschlossen
wurde, nach der die Linacher eine zweistellige Niederlage für Schönenbach
voraussagten. Schönenbach ging darauf ein, und der Austragungstag
sollte der 8. Mai sein. Es war ein herrlicher, sonniger Tag, als sich
eine unerwartet große Zahl von Anhängern hinauf zur Linacher
Höhe, dem sogenannten Sturz, begaben und mit Spannung den Beginn
des Spieles erwarteten. Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauermengen
entwickelte sich ein interessantes Spiel, welches am Schluß 3:3
stand. Dieser Tag klang aus mit dem kameradschaftlichen Beisammensein
im Gasthaus 'Adler'. Da seit diesem Spiel die Gespräche über
Fußball und besonders über die Gründung eines Vereins
nicht mehr abrissen, darf der 8. Mai 1955 ohne Übertreibung als der
eigentliche Anlaß der Gründung der Sportfreunde Schönenbach
angesehen werden.
Mannschaften beim ersten Spiel am 8. Mai 1955

Denn dieser Tag bewies, daß eine Mannschaft auf
die Beine gestellt werden konnte, was ja die Voraussetzung für eine
Vereinsgründung war. So war es natürlich, daß in den kommenden
Wochen und Monaten immer wieder junge Interessenten und Anhänger
beisammen standen und das Für und Wider dieses Wagnisses besprachen.
Schon sprach man über Einzelheiten wie etwa der Suche nach einem
geeigneten Gelände für den Sportplatz, jedoch die Jungen allein
konnten es nicht schaffen; es bedurfte vielmehr des Rates und der Erfahrung
einiger älterer Idealisten und Förderer, welche bereit waren,
mit diesen zusammen die Grundlage für eine Gründung zu legen.
Nach dem Rückspiel gegen Linach im Sommer 1955 wurde
von mehreren Anhängern im Gasthaus 'Löwen' beschlossen, daß
man sich zu genaueren Besprechungen im Gasthaus 'Sonne' treffen wolle.
Da sich auf dem Grundstück des Sonnenwirts Alois Kleiser die Lösung
der wichtigen Sportplatzfrage anbot, fanden in dessen Nebenzimmer im Laufe
des Monats August und anfangs September mehrere solcher Vorbesprechungen
statt, wobei das große Interesse an einem eigenen Sportverein festgestellt
werden konnte. Dabei wurde besonders auf den Wert des Sports für
die heranwachsende Jugend hingewiesen.
Es wurde am 5. September 1955 ein Ausschuß für
die Gründungsversammlung gebildet und ein Einladungsschreiben an
die Einwohnerschaft verfaßt, welches die Unterschrift von acht die
Gründung unterstützenden und fördernden Sportfreunden trug.
Am Abend des 9. September 1955 eröffnete Eugen Kuner,
welcher schon während der Vorbereitungszeit wertvolle Arbeit geleistet
hatte, im Gasthaus 'Sonne' die von vielen Sportanhängern besuchte
Versammlung. Er erläuterte den Sinn und den Zweck des Sports und
wurde zum Versammlungsleiter bestimmt. Für Vorstandsämter erklärten
sich Eugen Kuner als erster, Emil Gulde als zweiter Vorsitzender, Leo
Schätzle als Kassier und Josef Straub als Schriftführer bereit.
Jugendleiter wurde Bernhard Mayer und Beisitzer in der ersten Vorstandschaft
Helmut Blessing und Erich Waldvogel. man kam überein, den Namen Sportfreunde
Schönenbach mit den Vereinsfarben blau-weiß zu führen.
Der Name Sportfreunde sollte auch zum Ausdruck bringen, daß man
sich nicht allein auf Fußball beschränken, sondern sich auch
des Skisports annehmen wolle, was auch in der Vereinssatzung verankert
wurde, welche die Versammlung annahm. Als Vereinslokal sollt das Gasthaus
'Sonne' dienen, und den Sportplatz erhielt der neue Verein vom Sonnenwirt
pachtweise überlassen.
Noch am selben Tag trat noch eine größere Zahl von Anhängern
in den Verein ein, um den Sportfreunden auf diese Weise die nötige
Unterstützung zu geben. In den auf die Gründungsversammlung
folgenden Wochen wurde, um den Sportplatz spielfähig zu machen, eifrig
daran gearbeitet. Inzwischen trug man im benachbarten Neukirch gegen die
dortige II. Mannschaft das erste Spiel aus; und zu einem weiteren Treffen
in Hammereisenbach trat unsere Elf im neuen Trikot, in Blau-Weiß,
an. Auch eine Jugendmannschaft konnte hier ihr Können unter Beweis
stellen. Zu den ersten Heimspielen kamen die zweite Mannschaft und die
Jugend aus Neukirch.
1956
Im Februar 1956 konnte ein von den Sportfreunden gut organisiertes Skifest
von der Einwohnerschaft mit Begeisterung aufgenommen werden und fand guten
Anklang.
Der Verein bestritt im Frühjahr 1956 die Rückrunde der C-Klasse
außer Konkurrenz, und so waren die Gegner in der Hauptsache aus
dem Raume Villingen. Einen festlichen Tag erlebte der noch jungen Verein
mit der Sportplatzeinweihung am 24 Juni 1956. Zu diesem Anlaß stellten
die Sportfreunde zum ersten Mal auch eine Alt-Herren-Mannschaft auf das
Feld, welche sich mit einem 7:2-Erfolg gegen Neukirch gut einführte.
Zur Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten an dunklen Abenden wurde
eine Platzbeleuchtung erstellt.
1961-1963
Ab Herbst 1961 konnten die Sportfreunde auch eine II. Mannschaft in die
Verbandsrunde schicken, welche ihre Spiele zunächst im Kreis Neustadt
auszutragen hatte, während die I. Mannschaft sich zusehends verbesserte,
obwohl immer wieder Spielerabgänge verkraftet werden mußten.
Nach der erstmaligen Teilnahme am Bregtalturnier 1962 konnte der kleine
Bregtalpokal 1963 gewonnen und in der C-Klasse die Aufstiegsberechtigung
zur B-Klasse errungen werden, in welcher die I. Mannschaft zwei Jahre
spielte.
1965
Vom 16. - 18. Juli 1965 feierte man mit einem großen Unterhaltungs-
und Sportprogramm, unter anderem mit der erstmaligen Durchführung
des Bregtalturniers, das 10-jährige Vereinsjubiläum.
1972-1973
Da der Sportplatz nach und nach nicht mehr den zeitgemäßen
Anforderungen entsprach, wurde ein Neubau vordringlichste Aufgabe. Weil
dem Verein die finanziellen Mittel fehlten, dauerte es noch geraume Zeit,
bis dieses Problem gelöst werden konnte.
Erst in den Jahren 1972 und 1973 gingen die Wünsche des Vereins in
Erfüllung. Die frühere Gemeinde Schönenbach übernahm
die vom Verein erstellten Pläne und vereinbarte das Vorhaben im Eingliederungsvertrag
mit der Stadt Furtwangen. Dabei mußte man allerdings in Kauf nehmen,
daß das Sportgelände nach dem Neubau in die Regie der Stadt
überging. Erfreulicherweise erhielt der Verein aber ein Vorrecht
für sein Spiel- und Trainingsbetrieb, zumal durch Eigenleistungen
ein Anteil an den Umbaukosten erbracht worden war. Die Eröffnung
der neuen Anlage fand am 8. Juli 1973 mit den Einweihungsfeierlichkeiten
und einem Fußballturnier statt.
Durch die neuen Trainingsmöglichkeiten standen nun wesentlich bessere
Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung was vor allem der Jugendarbeit
zugute kam. Jugendleiter Fritz Holl baute zusammen mit Wolfgang Waldvogel
ab 1973 eine lückenlose Jugendabteilung auf, die 4 Mannschaften von
der A-Jugend bis zu D-Jugend umfaßte. Zeitweise war auch eine E-Jugend
im Einsatz.
1977
Am 20. Januar 1977 wurde in einer außerordentlichen Hauptversammlung
von den anwesenden Mitgliedern der nach umfangreichen Vorbereitungen erstellten
neuen Vereinssatzung zugestimmt und die Eintragung in das Vereinsregister
beim Amtsgericht Donaueschingen befürwortet.
Erstmals fand 1977 in Schönenbach ein 'Gerümpelturnier' für
Vereinsmannschaften statt, womit man im Oberen Bregtal sozusagen Neuland
betrat. Der Erfolg dieses neuen Wettbewerbs übertraf die Erwartungen
des Vereins sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht bei
weitem. Das Turnier wird seither jedes Jahr ausgetragen und ist aus Schönenbach
praktisch nicht mehr wegzudenken.
1980
Mit einem großen, viertägigen Fest, wurde vom 20. bis 23. Juni
1980 das 25-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Neben einem großen
Unterhaltungsprogramm, stand auch ein umfangreiches Sportprogramm an.
1985 - 1990
Mitte der 80er Jahre begann für die aktiven Mannschaften der Sportfreunde
der sportliche Aufstieg. So errang die I. Mannschaft 1985 zum ersten Mal
die Meisterschaft in der Kreisliga B und stieg zum zweiten Mal auf. Obwohl
der Verbleib in der Kreisliga A nur ein Jahr anhielt, blieb die Mannschaft
zusammen und nach zwei Vizemeisterschaften 1988 und 1989 gelang 1990 der
erneute Aufstieg in die Kreisliga A. Als krönende Zugabe gewann man
1990 als erste Kreisliga B-Mannschaft den Bezirkspokal des Bezirks Schwarzwald.
Nicht unerwähnt sollen hierbei die Meisterschaft der II. Mannschaft
1989 und die Vizemeisterschaften 1990 und 1991 bleiben. Neben zahlreichen
sportlichen Erfolgen nahmen die aktiven Spieler 1989 zum erstenmal mit
einem Stand am Trödlermarkt der Stadt Furtwangen teil. Dieses Engagement
hat sich bis heute ausgeweitet und die Sportfreunde sind jedes Jahr, Anlaufpunkt
von einem großen Publikum aus Nah und Fern.
1991 - 1997
Obwohl auch das Unternehmen Kreisliga A auch bereits 1991 wieder endete,
baute man aus einer erfolgreichen Jugendarbeit eine Mannschaft mit einer
gelungenen Mischung aus Alt und Jung auf und wurde 1993 erneut Meister
in der Kreisliga B. Auch die Reservemannschaft konnte den Titel im selben
Jahr erringen. Aufgrund guter sportlicher Arbeit konnte man nun die Klasse
halten und so auf diesen Erfolgen aufbauen. Daneben war man bemüht
ein wenig die Struktur am Sportplatz in Schönenbach umzugestalten.
So baute man am Sportplatz ein kleines Häuschens und konnte so ein
etwas angenehmeres Umfeld gestalten. Dazu gehörte 1995 auch der Bau
eines Toilettenhäuschens , nachdem das Sportgelände durch die
Stadt Furtwangen an die Kanalisation angeschlossen wurde.
Im selben Jahr stand vom 08.-10. September für die Sportfreunde ein
großes Fest anläßlich des 40-jährigen Vereinsjubiläums
an. So konnte man drei Tage in Dorer’s Schuppen und auf dem Sportplatz
in Schönenbach ein gelungenes Jubiläum feiern.
1997 - Heute
Für einen großen Teil der Sportfreunde stand Anfang 1997 eine
besondere Zeit bevor. Zum ersten Mal nahm man als eigenständige Hexengruppe
mit dem Namen 'Buslochhexen' an der Fasnet teil. Dabei kam die neue Schönenbacher
Fasnetfigur bei allen Beteiligten in Schönenbach und bei den Auftritten
in Furtwangen und Vöhrenbach gut an.
Als besonders freudiges Ereignis, ergab sich Ende Juni 1997 für die
Sportfreunde etwas, das sich aber auch als sehr arbeitsreich erweisen
sollte. Nach jahrelangen Bemühungen war es endlich gelungen, die
lange nötige Sportplatzsanierung in Angriff zu nehmen. Hinzu kam,
daß eine Beregnungsanlage eingebaut wurde um den Platz künftig
an heißen Tagen zu bewässern. So stand zu das ganze Jahr viel
Eigenarbeit an, bevor die Sanierungsfirma, mit den Großarbeiten
beginnen konnte. Doch schon nach wenigen Wochen stand der Platz den Mannschaften
wieder zur Verfügung. Diese dankten es dem Verein, in dem die Spfr.
Schönenbach in der Saison 1997/98 das erfolgreichste Vereinsjahr
seit der Vereinsgründung 1955 feierten. Die Meistertitel der I. Mannschaft
und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksliga und der Meistertitel
der II. Mannschaft und der anschließende Aufstieg in die Kreisliga
A, waren die Höhepunkte des Jahres 1998.
Für die Aktiven der Sportfreunde endete die Saison 1998/99 mit dem
Klassenerhalt der I. und II. Mannschaft. Da man ohne jegliche Erfahrungen
in die neue Spielklassen ging, kann man dieses Abschneiden als großen
Erfolg werten. Zudem gelang es der I. Mannschaft in diesem Jahr zum ersten
Mal in der Vereinsgeschichte den Großen Bregtalpokal zu gewinnen.
Viele Idealisten unterstützen den Verein seit vielen Jahren durch
Spenden oder übernehmen sonstige ehrenamtliche Aufgaben, welche ja
immer wieder zu bewältigen sind. Und so kann die Hoffnung ausgedrückt
werden, daß die Sportfreunde auch in den kommenden Jahren im Sinne
und mit dem Idealismus der Gründer weiterwirken und die Anziehungskraft
auf die sportbegeisterte Jugend nicht verlieren werden.
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